Knackiges Wintergemüse von Deinem Balkon

Auch im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr kannst Du frisches Gemüse auf Deinem Balkon ernten und Dich und Deine Familie so das ganze Jahr über mit vielen Vitaminen versorgen. Hier erfährst Du Experten-Tipps für den Winteranbau auf dem Balkon.

Wintergemüse vom Balkon aus dem Kübel – natürlich! Auch im Winter kannst Du frisches Gemüse auf Deinem Balkon ernten und Dich und Deine Familie so das ganze Jahr mit vielen Vitaminen versorgen. Hier erfährst Du Experten-Tipps für den Winteranbau auf dem Balkon und wie Du einen Winterschutz für Dein Gemüse ganz einfach selber basteln kannst. Außerdem stelle ich Dir drei Wintergemüse im Portrait vor und weise auf den kostenlosen 8. Online Bio-Balkonkongress „Wintergemüse statt Tannenzweige – Kübel und Balkonkästen im Winter nutzen“ hin, der im Zeitraum 20. bis 24. August 2021 stattfand. Die hier vorgestellten Experten für den Anbau von Wintergemüse auf dem Balkon Wolfgang Palme und Doris Kampas hielten jeweils einen Vortrag und gaben Tipps aus der Praxis für die Balkonpraxis. 

Hier kommst Du direkt zum Kongresspaket mit allen Interviews zum Wintergemüseanbau sowie einem ausführlichen Pflanz- und Aussaatplan für Wintergemüse, der Dir die wichtigen Informationen gibt, dass Du sofort ins Tun kommen kannst.

Tipps für den Winteranbau auf dem Balkon

Willst Du auf deinem Balkon erfolgreich wintergärtnern, ist es wichtig, dass der ideale Standort, das richtige Pflanzgefäß und die passende Substratmischung ausgewählt werden. 

Der ideale Standort

Je nachdem, ob sich Dein Balkon in urbanen oder ländlichen Gefilden befindet, stellt er Deinen Pflanzen ein spezielles Mikroklima zur Verfügung. Achte beim Planen jedenfalls als Erstes auf seine Ausrichtung und Tragfähigkeit. Eine Stadt bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für den Anbau von Wintergemüse, weil die Beton- und Asphaltmassen Energie speichern, die sie nachts in Form von Wärme abgeben. Zudem bleiben Städte oft von Extremfrösten verschont. 

Gerade auf den Wind sollte beim Balkonanbau aber stets geachtet werden. Dieser kann zum Austrocknen der Kübelpflanzen führen und zudem schlecht gestützten Pflanzen zum Verhängnis werden. Bedenken sollte man auch, dass im Winter die Sonne tiefer steht. In Städten kommt hinzu, dass die großen Gebäude Schatten werfen und das Lichtangebot so zusätzlich einschränken. 

Beim Wintergärtnern auf dem Balkon kann und soll die Mobilität von Töpfen ausgenützt werden: In extrem kalten Nächten stellt man die Pflanzgefäße daher dicht an die Hausmauer und tagsüber rückt man sie wieder ins Licht – diese Temperaturunterschiede können entscheidend sein. Bei eisiger Witterung kann man die Pflanzen auch kurzfristig ins Haus stellen.

Die richtigen Pflanzgefäße

Man sollte nach Möglichkeit lieber große Töpfe und Tröge verwenden, weil diese nicht so schnell durchfrieren wie Töpfchen oder Balkonkisten. Beachte aber unbedingt die maximale Traglast des Balkons. Dunkle Töpfe werden von der Wintersonne schneller erwärmt. Metallgefäße sollte man vermeiden, weil sie sich zwar schnell aufwärmen, jedoch auch rasch wieder abkühlen.

Vlieshauben und Schafwolle sind wertvolle Hilfen, mit denen die Pflanzgefäße eingepackt werden können. Ab Mitte Jänner sollten sie aber nur in frostigen Nächten verwendet und bei Sonnenschein und Plusgraden wieder abgenommen werden, weil sie das Erwärmen durch die Vorfrühlingssonne verhindern.

Wolfgang Palme ist der Experte für den Anbau von Wintergemüse auf Balkon, Terrasse und im Garten.
Wintergemüse-Experte Wolfgang Palme mit Asia-Salaten. Foto: © Wolfgang Palme

Die passende Substratmischung

Es ist zwar verlockend, reine Fertigsubstrate für den Topf-Anbau zu verwenden, jedoch nicht empfehlenswert. Diese Substrate sind für eine mehrjährige Nutzung nicht geeignet, weil sie zum Beispiel zu wenige Voraussetzungen für ein vielfältiges, dauerhaftes Bodenleben bieten – und das ist auch in Töpfen sehr wünschenswert. 

Am besten mischt man das Substrat aus verschiedenen Erdkomponenten und Naturmaterialien selber. Dabei kann auch Fertigsubstrat zum Einsatz kommen, dessen Nährstoffgehalt mit der selbstgemachten Mischung enorm aufgebessert wird. Damit steht einem dauerhaften und ungestörten Bodenleben nichts mehr im Weg. Wintergemüse-Experte und Autor von „Ernte mich im Winter“ Wolfgang Palme empfiehlt folgende Zusammensetzung:

  • humose Gartenerde mit lehmigen Komponenten (ca. 30–50 %)
  • Fertigsubstrat (möglichst torffrei; 30 %)
  • organische oder mineralische Strukturmaterialien wie Holzhäcksel, Blähton oder Bimsgestein (10–20 %)
  • biologische Grunddüngemittel wie Schafwollpellets, Hornspäne und Urgesteinsmehl 

Man sollte auch im Winter die Pflanzen kontrolliert gießen, allerdings nur wenn es absolut notwendig ist und im besten Fall an einem sonnigen Vormittag. Das hat den Hintergrund, dass das Substratvolumen in den Töpfen begrenzt ist und die Pflanzen so schneller austrocknen können.

Selbstgemachter Winterschutz 

Wintergemüse ist frostfest, vor allem, wenn es zur richtigen Zeit gepflanzt wird. Um die Pflanzen aber optimal zu unterstützen, kannst Du ihnen aus alten PET-Flaschen und Zeitungen ganz einfach Hilfsmittel basteln. Im Folgenden findest Du zwei Helferlein, die Deinen Pflanzen Schutz bieten und einen Wachstumsvorsprung verschaffen.

1. Eine transparente Kunststofflasche kann in ein Mini-Gewächshaus verwandelt werden: Schneide den Boden der PET-Flasche weg und stülpe die Flasche über Einzelpflanzen – so schützt Du sie vor unkontrollierter Winterfeuchtigkeit. Scheint die Sonne, wird es im Inneren angenehm warm. Achte darauf, regelmäßig zu lüften, indem Du den Schraubverschluss öffnest.

Hilfsmittel für den Anbau von Wintergemüse auf dem Balkon bzw. Terrasse
Mini-Gewächshaus aus PET-Flaschen, Foto: © Doris Kampas/bio-garten-Team, aus „Das sensationelle Winterhochbeet

2. Auch aus alten Zeitungen kann ein Winterschutz gebaut werden: Bastle dafür einfach aus Zeitungen Papierhütchen und beschwere sie an den Ecken mit etwas Erde oder Steinen, damit sie der Wind nicht davonträgt. Das hilft dabei, die Jungpflanzen in der Übergangszeit vor ersten Nachtfrösten zu schützen. Untertags sollten die Zeitungshütchen abgenommen werden, damit die Pflanzen genug Licht zum Wachsen bekommen. 

Ein weiterer Weg, Deine Pflanzen im Winter vor Frost zu schützen, ist es, sie nicht zurückzuschneiden. Frische Schnittflächen bietet nämlich keinen Schutz vor winterlichen Temperaturen. Zudem freuen sich auch Vögel über die Samenstände Deines Grünkohls und Salates und können davon naschen.

Lieblingsgemüse für den Winteranbau auf dem Balkon

Grundsätzlich kannst Du die meisten Gemüse in Pflanzgefäßen anbauen – außer die, die richtig tiefe Wurzeln schlagen. Besonders wohl im Topf fühlen sich aber: Palmkohl, Stielmangold und Winterheckenzwiebel – und zwar auch im Winter.

Palmkohl

Der Palmkohl, auch Blattkohl genannt, wächst so richtig gern in Töpfen und er entwickelt sich am besten in einem ausreichend großen Topf mit 25 Litern Fassungsvermögen oder mehr. Man sollte rechtzeitig mit dem Anbau beginnen, damit der Palmkohl kräftig in den Winter kommt. Im Mai oder Juni kann ausgesät werden, wenige Wochen später kommen die Setzlinge in den Topf. 

Palmkohl und Grünkohl sind sehr geeignet für den Anbau auf dem Balkon.
Palmkohl. Foto: © Wolfgang Palme, aus: „Ernte mich im Winter

Stielmangold

Der Stielmangold ist ein herrliches Einsteiger-Wintergemüse und es gibt ihn in vielen bunten Farben. Er begeistert mit gelben, roten, weißen, orangen oder sogar lilafarbenen Stielen. So bringt er Farbe auf den frostigen Balkon – das solltest Du Dir nicht entgehen lassen.

Ab Mitte April wird er ausgesät und als Jungpflanze herangezogen, danach wird er in den Topf gepflanzt. Mangold liebt nährstoffreiche Erde und reifen Kompost. Ab dem Sommer kann man mit einer reichen Ernte rechnen, die über den ganzen Herbst bis in den Winter hineingeht. Einfach die äußeren Blätter ausbrechen, innen wächst immer Frisches nach. Man sollte stets darauf achten, dass er regelmäßig gegossen wird. 

Stielmangold entwickelt sich zu winterlichen Schönheiten im Kübel
Mangold. Foto: © Wolfgang Palme, aus „Frisches Gemüse im Winter ernten“

Winterheckenzwiebel 

Die anspruchslose Winterheckenzwiebel hat im Gegensatz zur Küchenzwiebel keine wirkliche Zwiebel, sie bildet aber kräftige Stöcke mit langen grobröhrigen, innen holen Blättern. Sie ist mehrjährig und sehr robust. Ab März wird sie ausgesät und sobald sich Jungpflanzen gebildet haben, können sie einzeln in große Töpfe (mind. 35 Liter Fassungsvermögen) gesetzt werden. Die Pflanze sollte zuerst einmal gut anwachsen und im ausgehenden Winter kann geerntet werden, indem man einzelne Blätter abschneidet. Sie kann ganz einfach vermehrt werden, indem man alte Stöcke teilt.

Die Winterheckenzwiebel schmeckt besonders gut roh in Ringe geschnitten auf Butterbrot oder im Salat. Sie kann aber auch in der Pfanne angebraten und als würziger Ersatz für die Küchenzwiebel verwendet werden.

Die Winterheckenzwiebel ist besonders geeignet für den Anbau auf dem Balkon.
Winterheckenzwiebel. Foto: © Wolfgang Palme, aus „Frisches Gemüse im Winter ernten“ 

Du siehst: Der Anbau von Wintergemüse funktioniert auch problemlos auf dem Balkon und in der Stadt – probier es gleich aus!

Weitere Tipps, wie Du auch im Winter frisches Gemüse auf Deinem Balkon ernten und Dich und Deine Familie so das ganze Jahr über mit vielen Vitaminen versorgen kannst, erhältst Du im kostenlosen 8. Online Bio-Balkon Kongress „Wintergemüse statt Tannenzweige – Kübel und Balkonkästen im Winter nutzen“, der im Zeitraum 20. bis 24. August 2021 stattfand. Die hier vorgestellten Experten für den Anbau von Wintergemüse auf dem Balkon Wolfgang Palme und Doris Kampas hielten jeweils einen Vortrag und gaben Tipps aus der Praxis für die Balkonpraxis. Hier kommst Du direkt zum Kongresspaket mit allen Interviews zum Wintergemüseanbau sowie einem ausführlichen Pflanz- und Aussaatplan für Wintergemüse für Deine beste Unterstützung.

Diese Bücher sind empfehlenswert:

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