Suche
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Volker Fockenberg Wildbienenxperte

Volker Fockenberg

Nisthilfen für Wildbienen: Sandarien, Lehmwände, markhaltige Stängel

Nach einem Studium der Zoologie, Botanik und Geografie gründete Volker Fockenberg ein Planungsbüro für Artenschutz und betreibt seit 2002 die Webseite Wildbiene.com mit Bienenshop. Die Wildbienen sind sozusagen Arbeitgeber seiner kleinen Firma: Neben Wildbienen-Gutachten und Fortbildungen fertigt er Nisthilfen für Wildbienen – Bienensteine aus gebranntem Ton. 

Inhalt Bildvortrag:

Volker Fockenberg stellt vor, welche Niststrukturen für selbstgrabende und selbstnagende Wildbienen sich im Garten bewährt haben. Seine eigenen Erfahrungen beruhen auf Gärten. Dazu teilt er Erfahrungen aus der Facebookgruppe „Wir helfen Wildbienen“ und ruft auf, unter diesem Beitrag Eure Nist-Erfahrungen zu im Boden nistenden Arten und markhaltigen Stängeln auf Balkons zu teilen.

Neu: Er hat eine Lehmmischung für Lehmwände zusammengestellt, die tatsächlich funktioniert. Er verschickt sie in 22,5 kg Säcken – das entspricht dann auch der sinnvollen Mindestgröße einer Steilwand. Dieses Steilwandmehl ist vorraussichtlich ab Mitte April lieferbar. Es kann eine Mitteilung per Mail bei Wiedereintreffen aktiviert werden. Das gilt auch für den Bienenstein aus gebranntem Ton.

Social Media

Webseiten

75 Antworten

  1. Guten Morgen, mir hat der Vortrag sehr gut gefallen. Ich habe aber leider noch keine Erfahrung mit einem Sandarium oder Steilwänden. Grabwespen konnte ich bei mir am Balkon schon beobachten, sie sind in Bambusröhren, die stehen eingezogen. Markhaltige Stängel habe ich noch nicht probiert, werde ich aber machen. Kann ich da einfach Holunder abschneiden und aufstellen? Und welche Weide eignet sich für einen kleineren Balkon? Danke für die vielen neuen Anregungen.

    1. Hallo Johanna, haben Sie Dank für Ihre Rückmeldung.

      Markhaltige Stängel können können ca. 60 cm lange Stücke geschnitten werden und an gut besonnten Stellen angeordnet werden. Die Markstängelnister benötigen eine Bruchstelle / Schnittstelle von der aus das Mark zugänglich ist. Die Stängel sollten senkrecht oder leicht geneigt angebunden werden. Die Stängel können auch an, in den Boden gesteckten Stäben fixiert werden. Werden Stängel direkt in den Boden gesteckt, verrotten sie durch die Bodenfeuchte im unteren Bereich und fallen um. Folgende markhaltige Stängel können verwendet werden: Brombeeren (werden am besten besiedelt), Himbeeren, (Wild)Rosen, Sommerflieder (Buddleja), Disteln, Königskerzen, Kletten, Beifuß, Fenchel, Holunder.

      Für die Haltung im Topf ist nach den mir vorliegenden Berichten die Purpur-Weide (Salix purpurea) am geeignetsten: https://www.wildbiene.com/standard/details.php?am=4&as=9&am_a=&artnr=211

  2. Danke für den Tipp, Beate. Den interessanten Garten Kanal von Markus Burkhard kannte ich noch nicht. Allerdings habe ich beim ersten Durchsehnen, den von Ihnen angesprochenen Beitrag mit den großen mit Sand aufgefüllten Töpfen, nicht gefunden.

    1. Lieber Volker,

      ich habe nochmal nachgeschaut, kann jetzt aber das Video mit dem Sand im Topf auch nicht finden. Er hat ja im Laufe der Jahre jede Menge Videos reingesetzt. Vielleicht setzt Du Dich mal mit ihm in Verbindung. Ich kann seine Videos jedenfalls allen Garten- und Balkonfreunden wärmstens empfehlen.

  3. Vielen Dank für den interessanten Vortrag und die vielen Tipps! Ich bin in Wien daheim und hatte bereits Markstengelbesiedelung auf meinem Balkon. Das war allerdings unbeabsichtigt, als ich noch gar keine Ahnung von Nisthilfen hatte, daher kann ich nicht sagen, welche Arten das gewesen sein könnten. Heuer versuche ich bewusst Markstengel aufzustellen und bin gespannt, ob wieder jemand einziehen wird.

  4. Hallo Herr Fockenberg,
    Danke für den Interessanten Vortrag.
    Ich wohne im 4.Stock mit meinem Balkon im der Münchner Innenstadt und das Insektenhotel war letztes Jahr der Renner! Ich werde jetzt eine Marktstengelnisthilfe zu meinem Todholzbestand dazu bastel und dann berichten.
    Schöne Grüße
    Annette Nagel

  5. Hallo,
    welchen Mindestdurchmesser sollte das Mark in markhaltigen Stängeln haben?
    Am „Boden“ habe ich sehr gute Erfahrungen mit markhaltigen Stängeln, hänge sie einfach in die Zwischenräume vom Gartenzaun. Brombeer und Rose werden fast zu 100% besiedelt.
    Katharina Heuberger vom „Wilden Meter“ https://wildermeter.de/betrieb-im-brombeerstaengel/ hat im 5. Stock gute Besiedlungsergebnisse erzielt.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Bettina

    1. Auf meinem Balkon (2. Stock, Südseite, Fellbach bei Stuttgart) habe ich mehrere Brombeerstängel unterschiedlicher Durchmesser – teilweise unter 1 cm, teilweise dicker. Wurden bisher zu 100 % besiedelt. Die Bienen, ich meine das sind Keulhornbienen, sind winzig, die Löcher sind maximal 2 mm im Durchmesser. Ich habe dann auch mal versucht, solche „vorgebohrten“ Stängel waagrecht aufzuhängen, aber das ist wohl zu Mini für die kleinsten Wildbienen, die nicht selbst bohren können.
      Vielen Dank, Volker Fockenberg, für den tollen Vortrag!

        1. Eine Biene habe ich an den Stängeln bisher nur 1 oder 2x direkt beobachtet, aber wenn ich einen neuen Brombeerstängel aufstelle, ist bald drauf zu sehen, dass er angebohrt wurde 🙂
          Werde die Augen aufhalten und wenn mir ein Foto gelingt, schicke ich es Ihnen sehr gerne. Vielen Dank!

    2. Bei mir wurden eher die Stängel mit einem dickeren Markanteil (5-8 mm) besiedelt. Auch die kleineren Arten gehen bevorzugt in größere Stängel und nutzen dort nur einen kleine Teil des Marks.
      Danke auch für den wertvollen Hinweis auf Katharina Heubergers Balkon. Respekt, selbst im 5. Stock haben im Mark Grabwespen genistet.

  6. Hallo. Vielen lieben Dank für den Vortrag! Insektenhotels sind ja schon länger bekannt aber da gibt es ja noch viele Arten die ich auch anders unterstützen kann 🙂
    Ich habe eine Frage zu den markhaltigen Stielen. Sollte ich diese das ganze Jahr über stehen lassen und anbieten?
    Und bei den röhrenartigen Nisthilfen, zu welcher Zeit ist es gut sie aufzustellen? Oder kann ich damit das ganze Jahr über beginnen?
    Vielen Dank für die Rückmeldung. Liebe Grüße

    1. Markhaltige Stängel können immer angeboten werden. Die meisten Besiedler fliegen aber im Sommer, so dass auch noch Anfang Mai aufgestellte Stängel besiedelt werden. Den Winter verbringen die Bewohner in markhaltigen Stängeln.

  7. Hallo Herr Fockenberg,
    Danke, das waren super Vortrag!
    Frage: kann ich Schafswolle auch als Nisthilfe für die Wildbienen einsetzen?
    Danke! Annette Nagel

    1. Alle Wildbienen benötigen Hohlräume für die Anlage Ihrer Brutzellen. Markstängelnister, Erdbienen, die Gilde der Steilwandbewohner und andere fertigen diese selber an. Auch die zu den Wildbienen zählenden Hummeln benötigen Hohlräume, oft sind es alte Mäusenester. In Hummel-Nistkästen wird manchmal auch Schafswolle eingesetzt. So richtig begeistert scheinen die Hummeln aber davon nicht zu sein. Als Nistmaterial für Hummel hat sich Kapok bewährt, siehe https://www.wildbiene.com/standard/details.php?am=4&as=8&am_a=&artnr=125

  8. Lieber Herr Fockenberg,
    vielen Dank für den tollen und sehr interessanten Vortrag.
    In Ihrem Vortrag empfehlen Sie Lehmpulver von der Firma Claytec. Leider finde ich in deren Produktliste kein Lehmpulver. Können Sie mir bitte mitteilen, welches Produkt genau Sie mit Lehmpulver meinen?
    Viele Grüße, Sandra

    1. Claytec bietet gemahlenen Lehm (trocken) an. Ich hatte das Material vor ca. 20 Jahren mal in Säcken bezogen. Bei einer aktuellen Anfrage konnte Claytec mir aber nicht die Artikelnummer sagen. Vermutlich gibt es dort keinen reinen gemahlenen Lehm mehr. Reines Lehmpulver müssten Sie aber noch mit sehr feinem Sand mischen, damit es zur Herstellung von Steilwänden geeignet ist. Daher habe ich nun „Steilwandmehl“, ein geeignetes Nistsubstrat für die Gilde der Steilwandnister, entwickelt, siehe https://www.wildbiene.com/standard/details.php?am=4&as=8&am_a=&artnr=115

  9. Hallo,
    Zum Thema Weide auf Balkon: angeregt durch Mirja`s Vortrag letztes Jahr bin ich losgezogen und habe zwei männliche Salweiden, die aufgepfropft sind (eine wächst nach oben eine nach unten) in Kästen gepflanzt. In der nach unten Hängenden hat sich auch eine grüne Raupe wie in einen Wrap in ein Blatt eingewickelt. Zusätzlich hatte ich von Volker Stecklinge der Mandelweide gekauft und die zwei sind super angegangen. Die Ringelblumen haben sie erst überwuchert, aber sie sind beide ordentlich in die Höhe gewachsen und scheinen gut mit dem Wind klar zu kommen. Aktuell rühren sich die ersten Knospen der Mandelweide. Auf die bereits blühenden Salweiden haben sich am Wochenende die Honigbienen und zwei Mauerbienen gestürzt.
    Die vier Weiden stehen jeweils in einem 40×40 Würfeltopf, dazwischen sind 40er mit Herzgespann. (Westseite Balkonteil)

    Markhaltige Stengel: Hier habe ich Brombeerstängel vor die überdachten Tomatentöpfe gehängt. Sie wurden nicht angenommen. Vielleicht weil ich sie nur oben befestigt habe und sie etwas schaukeln oder ggf. ist der anthrazitfarbene Flechtkorb/Übertopf zu heiß dahinter (Südbalkon)…
    Ich habe jetzt aktuell Herzgespann, Nachtkerzen und Wegwarten vom letzten Jahr auf einer Höhe von ca 40-60cm abgeschnitten. Also die verdorrten Stängel der alten Pflanzen stehen lassen. Sie sind dem Regen ausgesetzt, ist es realistisch, dass da was reingeht?

    Lieben Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag!

    1. Danke für Ihre Meldung, liebe Andrea. Auch bei mir herrschte in den letzten Tagen emsiges Treiben von Sandbienen, Honigbienen, Mauerbienen und Hummelköniginnen an den Kätzchen von Salweiden / Pollenweiden.
      Herzgespann und Nachtkerzen haben nur wenig Mark und werden eher zu den hohlen Stängeln gerechnet; werden also von den Markbewohnern nicht besiedelt. Mit einem dem Regen ausgesetztem Standort kommen die Markstängelnister klar. Aber auch für diese Gilde gilt (wie auch für Bodennister, Hohraumnister, Totholznister) desto trockener der Neststandort, desto geringer die Mortalitätsrate.

  10. Lieber Volker,
    vielen Dank für den wunderbaren und inspirierenden Vortrag, so eine plüschige Hosenbiene am Sonntagvormittag ist doch ein toller Start in den Tag.
    Es folgt der gewünschte Bericht zum Erfolg und Misserfolg von Nisthilfen auf dem Balkon. Standort München, Stadtmitte, 5. Stock.
    ***
    Ich habe seit 2013 einen insektenfreundlichen Balkon mit einheimischen Wildblumen und verschiedenen Nisthilfen. Ich war lange täglich auch in der Facebook-Gruppe „Wir helfen Wildbienen“, aber aus Zeitgründen bin ich fast nicht mehr auf Facebbok aktiv. Wir beide sind aber auf Facebook auch „befreundet und ich habe auch zwei sehr gut belegte Terracotta-Niststeine von Dir auf meinem Balkon. Ich berichte über den Balkon in meinem Online-Magazin (https://wildermeter.de/).

    Seit 2014 dokumentiere ich die Insekten und auch andere Tiere, die auf den Balkon kommen. Über einen befreudeten Biologen kam es zu einer Veröffentlichung in der entomologischen Fachzeitschrift der Nürnberger Entomologen galathea. Hier Titel und Link: Heuberger, K. / K. Wickl: Vielfältiges Tierleben auf einem Balkon-Naturgarten im 5. Stock eines Münchner Wohnhauses. In galathea 37, Beiträge des Kreises Nürnberger Entomologen (https://wildermeter.de/wp-content/uploads/2022/03/galathea_bd_37_2021_wilder_meter_heub_wickl.pdf). ***

    Meine Nisthilfen:
    Nisthilfen mit Niströhren habe ich aus Schilf, Stroh, Bambus, Terracotta und verschiedenen Holzarten (Eiche, Esche, Buche) mit Durchmessern von 2 mm bis 9 mm; markhaltige Stängel von der Brombeere, inzwischen ca. 50 Stück, es kommen jedes Jahr neue dazu; einen Topf mit Sand habe ich eine Saison angeboten (es ist natürlich niemand eingezogen, nachdem was Du im Vortrag erzählt hast, hatte auf die Garten-Blattschneider-Biene gehofft, da sie oft in Blumenkästen beobachtet wird, da gibt es auch Fotos) und dann habe ich auch einen erfolglosen Mini-Lehmsteilwand-Versuch gemacht.

    – Niströhren: Nisthilfen aus allen Materialien erfolgreich belegt (Artenliste siehe PDF)
    – Markhaltige Stängel: Ich befestige die Brombeerstängel vorne an der Brüstung des Südbalkons, jährlich kommen neue dazu. Alle werden sehr schnell angenommen, was ich beobachten kann, vor allem von Grabwespchen, aber den Gegenspielern nach zu schließen, könnten auch Wildbienen in Stängeln genistet haben. Die belegten Stängel stecke ich dann im Herbst in die Blumentöpfe, dort kann der Nachwuchs in der nächsten Saison schlüpfen und Zweitnutzer können die Stängel neu belegen. Die frischen Stängel binde ich wieder vorne in die volle Sonne an die Brüstung. Ich kann gerne von verschiedenen Tieren an und in den markhaltigen Stängeln Fotos schicken.
    – Mini-Lehmsteilwand: Ich hab mir von einem Schreiner einen Holzkasten mit Unterteilungen zum Aufhängen bauen lassen (ca. 60 cm x 30 cm x 20 cm) Die Fächer wollte ich, damit der Lehm-Inhalt etwas stabilisiert ist. Dann habe ich lehmhaltigen Kabelsand mit Terrarien-Lehm in verschiedenen Mischungen angerührt und umd so lange rumprobiert, bis ich eine Mischung hatte, die man mit dem Fingernagel kratzen konnte. Die Anlockvertiefungen waren auch drin. Es ist niemand eingezogen. Wahrscheinlich war der Sand falsch, der Kasten nicht tief genug. Den Rest hat der Regen besorgt, der die Lehm-Sand-Mischung langsam rausgewaschen hat und einmal kam dann auch noch der Specht vorbei und hat gesucht und reingepickt und dann fielen ganze Sandbrocken raus und nach unten zu den Mietern unter meinem Balkon. Ich hab das Experiment an der Stelle dann abgebrochen und den häßlichen untauglichen Kasten wieder abgenommen. Ich kann dir als Negativ-Beispiel auch gerne hier ein Foto zukommen lassen. Ich hab dann für mich beschlossen, die Grenzen eines Balkons zu akzeptieren und auf größere Sandflächen und Steilflächen zu verzichten 🙂

    Melde dich gerne, falls ich Dir die Fotos schicken soll, am besten per E-Mail – an redaktion@wildermeter.de

    Herzliche Grüße
    Katharina vom Wilden Meter

    1. Liebe Katharina,
      ganz herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und sehr hilfreichen Beitrag. Ich war gerade mal wieder auf Deiner Seite http://www.wildermeter.de und ruckzuck war eine Stunde vorbei. Beeindruckend was Besucher dort alles finden können.

      Eine super Idee markhaltige Stängel im Sommer vorne an der Brüstung Deines Südbalkons anzubringen und die belegten Stängel zum Spätherbst an geschützter Stelle auf dem Balkon zu lagern. Dort kann der Nachwuchs in der nächsten Saison schlüpfen und Zweitnutzer können die Stängel neu belegen. Der attraktive sonnige Platz an der Brüstung wartet jedes Jahr mit neuen Stängeln auf die Marknister. Ich würde Deine Idee gerne in ein Infoblatt über markhaltige Stängel aufnehmen.

      Herzliche Grüße Volker

      1. Lieber Volker,
        es freut mich sehr, wenn Dir die Website gefällt. Du kannst die Idee sehr gerne in ein Infoblatt aufnehmen, wenn du sie gut findest, und falls Du Balkonbilder mit markhaltigen Stängeln als Nisthilfe für das Faltblatt oder andere Infozwecke brauchst, stelle dir gerne gratis welche zur Verfügung. Ich wollte auch schon immer gerne mal ein Seminar von Dir besucht haben, aber leider bist du für mich etwas weit weg. Falls Du mal eher im Süden etwas anbietest, bin ich sehr gerne dabei.
        Eine schöne und erlebnisreiche Wildbienensaison wünsch ich Dir!
        Herzliche Grüße, Katharina

    2. Hi Katharina,

      was machst du mit den alten Stängeln im 3. Jahr? Das werden ja von Jahr zu Jahr immer mehr, die du in die Blumentöpfe stecken musst. Irgendwann werden sie rissig und damit steigt die Gefahr für Pilzbefall. Ich habe schon überlegt, nach der Besiedelung die Stängel abzuschneiden sodass an der neuen Schnittkante neu besiedelt werden kann. (Bin mir aber unsicher weil ich nicht den Brutgang durchschneiden will.)

      Ich habe letztes Jahr aus Faulheit alle Stängel hochkant in einem Topf gesammelt und bin das Jahr über nicht zum Aufstellen gekommen – faszinierenderweise waren sogar diese Stängel besiedelt.

      Hi Volker,
      ich habe einen Südbalkon mitten in Stuttgart. Die Brombeerstecken werden alle sehr gut angenommen. Ich stecke sie vorne in die Balkonkästen und in die tiefen Pflanzgefäße in die 2. Reihe.
      Ich bekomme aus einer Gärtnerei immer abgeschnittene Weidenzweige im Januar. Die lasse ich in einem Eimer voll Wasser erblühen und verschenke die wurzelnden STecklinge dann an Kindergärten, die sie zum Bauen von Weidendomen und Tipis verwenden. So haben die Mauerbienen etwas zu fressen wenn ich (schon wieder) die Frühblüher zu spät gesetzt habe…
      Beste Bienengrüße

      1. Liebe Marion, ich habe meine Stängel meistens ziemlich lang abgeschnitten, 70 cm bis 80 cm. Selbst wenn die nach ein paar Jahren dann unten ein paar Zentimeter abbrechen, ist da noch viel Stängel übrig. Aber nur ein Teil steckt in den Töpfen. Ich habe auch hohe schmale Blumentöpfe (Rosentopf) als Sammelstelle, da stehen die Stängel quasi wie eine Vase, aber ganz trocken. Da passen viele rein, es nimmt nicht viel Platz weg und sieht auch noch ein bisschen dekorativ aus, finde ich.

  11. Eine Ergänzung habe ich noch. Ich hatte drei Jahre auch ein Hummelhaus, da im Frühjahr öfter Hummelköniginnen auf dem Balkon vorbeischauen. Da ist auch keine eingezogen. Die Erfolgsquote beträgt laut Dave Goulson unter 5 %, glaube ich.

  12. Danke für diesen interessanten Beitrag – auch wenn Sandarien/ Lehmwände in der empfohlenen Größe bei mir keinen Platz finden, fand ich es total spannend.
    Darf ich vielleicht, auch wenn es hier nicht Thema war, noch eine Frage zu den gängigen Niströhren bzw. Bohrungen in Holz stellen? Wir haben ein selbstgebautes und zwei gekaufte, hochwertige Bienen“hotels“, die zum großen Teil von Gehörnten Mauerbienen bezogen wurden. Machen diese Bienen eigentlich selber „Hausputz“, bevor sie sich neu einrichten, oder muss ich Putzfrau spielen? Die Hotels hängen nun im 3./4. Jahr.
    Viele Grüße, Marion

    1. Liebe Marion,
      ich persönlich lehne es ab in den natürlichen Kreislauf einzugreifen. Bei mir räumen sogar die Mauerbienen die Röhrchen aus, obwohl es heißt, sie würden es nicht tun. Und es gibt auch Wildbienen, die gern alte Röhrchen nutzen und sich selber ausräumen um sie dann zu beziehen.
      Liebe Grüße,
      Katrin

  13. Vielen Dank für die interessanten Einblicke ins Wildbienenleben.
    Ich habe in Magdeburg im 3.Stock markhaltige Stängel von Brombeeren und Hundsrose.
    Die Brombeerstängel wurden besiedelt. Meine Frage ist, ob die besiedelten Stängel immer wieder bezogen werden oder ob ich wieder frische Stängel aufhängen soll? In meinem Totholzbereich ist eine Mauerbiene in einen ausgehöhlten Holunderstamm gezogen. Ich warte schon ungeduldig auf den Schlupf.
    Recht herzlichen Dank an Herrn Fockenberg und Birgit für diesen inspirierenden Beitrag!

    1. Hallo Barbara, ich wohne ebenfalls in Magdeburg im 3. Stock und würde gerne wissen, ob Du die Dornen bzw. Stacheln der markhaltigen Stängel vor dem Aufhängen entfernt hast.
      Viele Grüße

      1. Liebe Wenke, nein habe ich nicht. Ich habe die Stängel mit Draht an der Balkonbrüstung befestigt. Man kann sie sicher auch abbrechen, dann muss man nicht darauf achten, dass man an den Dornen hängenbleibt.
        Liebe Grüße Barbara

  14. Hallo. Vielen Dank für den sehr spannenden Vortrag.
    Die Lehmmischung hört sich sehr interessant an. Ich habe einen Bereich, den ich gerne damit befüllen würde. Daher zwei Fragen: was heißt „sinnvolle Mindestgrösse“? Daran hängt die Frage, wie viel ich benötige.
    Und die zweite Frage: sollte die Steilwand in der vollen Sonne liegen oder lieber nicht? Bzw. ist ein Dach nötig.
    Vielen Dank

    1. Hallo Anja,
      ich habe heute den ganzen Tag die Infoseite über Steilwände für Wildbienen und Einsiedlerwespen überarbeitet siehe https://www.wildbiene.com/standard/content.php?am=3&as=93&am_a= Dort werden Ihre Fragen beantwortet. Ein Sack Steilwandmehl (22,5 kg) reicht bereits für eine kleine Steilwand. Wieviel cm³ sich genau aus einen Sack ergeben weiß ich selber noch nicht so genau. Sobald ich das Steilwandmehl habe, werde ich es ausprobieren und das Ergebnis auf der Infoseite einstellen.

      1. Hallo 🙂 Wäre dieses Steinwandmehl eigentlich auch Hohlraumbesiedlern eine Hilfe zum Verschluss ihrer Brutzelle, wenn man das in der Nähe der Nisthilfe zur Verfügung stellt? Viele Grüße

        1. Von einigen Arten (wie der Töpfer-Wegwespe) wird eine Steilwand aus Steinwandmehl auch Baumaterial genutzt. Die meisten Arten wie die Mauerbienen Osmia bicornis und cornuta benötigen aber feuchten und möglichst fetten Lehm.

  15. Danke, Volker, das war super spannend! Eine kleine Frage: ich habe seit ein paar Jahren zwei Bienensteine aus gebranntem Ton in meiner Nisthilfe, sehen aus wie aus deiner Produktion, gekauft glaube ich über naturschutzcenter.de. Sind sofort angenommen worden und werden gut besiedelt (den Mauerbienen gefallen die Pappröhrchen besser). Die Nisthilfe steht absolut trocken. Seit diesem Frühjahr zeigen sich an der Vorderfront schwarze Stockflecken. Hast du das schon mal erlebt oder gehört? Das kann ja nur von Feuchtigkeit kommen. Was kann ich tun? Mit der Optik habe ich kein Problem. Es sind Mauerbienen geschlüpft und die Mädels füllen bereits wieder die ersten Löcher. Da kann ich ja auf keinen Fall eingreifen. LG aus Leipzig, Janet

    1. Liebe Janet, bei den schimmligen Verschlüssen handelt es sich vermutlich um Nester von Scherenbienen (Chelostoma florisomne und Chelostoma rapunculi). Der Nestverschluss dieser Arten besteht aus dunkler Erde. Nach außen hin wird der Verschluss durch kleine Steinchen verstärkt. Das Baumaterial wird mit Nektar befeuchtet. Hin und wieder naschen daher Ameisen manchmal sogar Wespen an Nestverschlüssen von Scherenbienen. Scherenbienen besiedeln Bohrgänge von 3 – 5 mm Durchmesser.
      Nach dem Aushärten werden die Verschlüsse steinhart. Insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit wird das zuckerhaltige Sekret des Nestverschlusses von dem umgebenden Material (Holz oder Ton) der Nisthilfe aufgesaugt. Nach einigen Wochen besiedeln dunkle Rußtaupilze den Verschluss und das umgebende Material der Nisthilfe.

      Rußtaupilze gehören zu den Schlauchpilzen und treten als dunkle, rußartige Beläge zumeist auf Pflanzen auf. Dort ernähren sie sich die Pilze von den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blattläusen. Diese Pilze schaden den jungen Scherenbienen nicht – im Gegenteil, durch den Pilzbewuchs verschmilzt der Nistverschluss optisch mit dem umgebenden Material und ist für Feinde kaum zu sehnen. Für Menschenaugen sehen von Scherenbienen besiedelte Nisthilfen allerdings etwas schmuddelig aus.

      Die Rußtaupilze lassen sich übrigens gut entfernen. Dafür die Nisthilfe (außerhalb der Flugzeit der Bewohner, also von Mitte September bis Ende Februar) kurz unter fließendem Wasser anfeuchten. Die offenen Löcher bitte schräg nach unten halten, so dass möglichst wenig Wasser eindringt. Die so befeuchtete Oberfläche der Nisthilfe mit einer Bürste säubern und anschließend kurz unter fließendem Wasser (die Löcher wieder schräg nach unten) mit Hilfe der Bürste abwaschen. Danach die Nisthilfe mit einem Handtuch trocknen. Am besten führt man diese Reinigung bei sonnigem Wetter durch, so dass die feuchte Nisthilfe schnell abtrocken kann.

      1. Oh, vielen lieben Dank für die ausführliche Rückmeldung! Da bin ich total beruhigt. Ich habe die Verschlüsse gerade mit der Lupe inspiziert (umschwirrt von ein paar Dutzend Mauerbienen) u. es ist genau, wie du schreibst. Ich habe viel Hahnenfuß und viele Glockenblumen im Garten und entsprechend viele Scherenbienen. Diese Rußtaupilze sitzen meist kreisförmig um Öffnungen der Röhrchen herum, die meisten an den Steinen, ein paar am Holz und einmal auch an einem etwas herausragenden Pappröhrchen. Verschlossen sind sie mitunter auch mit einer Art gelbem Harz, meist aber aus dunkler Erde mit Steinchen, wie du schreibst. Säubern werde ich diese Stellen nicht, jetzt weiß ich ja, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Und ich freue mich auf die Bienchen. LG aus Leipzig, Janet

      2. Lieber Volker, ich habe dieses Jahr zum ersten Mal die Verschlüsse mit dem Rußtaupilz in einer Nisthilfe und habe mich sehr gefreut, weil es eine Art mehr ist, die ich bei mir habe. Ich habe eine Seite, wo ich mal alle meine Nestverschlüsse mit dem Makro fotografiert habe. Sie wurden Paul Westrich und Andreas Fleischmann bestimmt. Ich habe den neuen Nestverschluss auch schon mit dem Makro fotografiert und wollte das Bild auf der Seite ergänzen. https://wildermeter.de/nestverschluesse-kunst-am-bau/ Dürfte ich Deine Erklärung dazu einstellen? Ich würde dich an im Vorspann bei den Experten ergänzen. Herzliche Grüße, Kathainar

  16. Lieber Volker, liebe Alle

    Vielen Dank für die spannenden und anschaulichen Informationen und die Lust auf mehr.
    Wann sollte man denn die Stengel schneiden und aufstellen?
    Viele Grüße aus Berlin
    Simone

    1. Es reicht, wenn Sie die Stängel ende April aufhängen. Falls Sie Brombeerstängel verwenden möglichst keine frischen, grünen sondern bereits abgestorbene verwenden.

  17. Vielen Dank für diesen lehrreichen Vortrag . Ich hänge auch jedes Jahr im Herbst Brombeerstängel am Zaun sonnig auf . … müssen diese irgendwann entfernt werden ?
    Danke für ihre Antwort
    Lieben Gruß Gitti Hellig

    1. Katharina Heuberger http://www.wildermeter.de hat dazu eine tolle Idee:
      Sie hängt markhaltige Stängel ab Ende April vorne an der Brüstung ihres Südbalkons. Im Spätherbst nimmt sie die belegten Stängel wieder ab und lagert sie an geschützter Stelle auf dem Balkon. Dort kann der Nachwuchs in der nächsten Saison schlüpfen und Zweitnutzer können die Stängel neu belegen. Der attraktive sonnige Platz an der Brüstung wartet jedes Jahr mit neuen Stängeln auf die Marknister.

  18. Lieber Herr Flockenberg,
    es war ein toller informativer Beitrag ,herzlichen Dank. Ich würde gerne Weidenstecklinge bestellen bin aber nicht sicher ob die Weiden mit meinem dichten Lehmboden zurechtkommen, Wie gehe ich hierbei vor und welche Sorte empfehlen Sie. Gerne würde ich alle nehmen . Und meine zweite Frage kann man die Brombeerstängel auch bei Ihnen bestellen unsere Beeren haben nur sehr dünne Stängel und viele Stacheln.
    Blumige Grüße Nadine

  19. Liebe Volker,

    vielen Dank für den spannenden Vortrag.
    Ich hatte in der letzten Tagen kuriose Begegnungen mit, wie ich vermute, Wildbienen in meinem Wohnzimmer. Im Abstand von ca. 3 bis 4 Tagen habe ich jeweils eine einzelne Biene an derselben Stelle auf dem Boden gefunden.
    Die Tiere wirkten geschwächt, ich hab sie draußen auf dem Balkon an Krokusblüten gesetzt, wo sich eins festgebissen hat.

    Ich vermute, dass die Bienen aus einem Topf mit Rossioglossum-Orchideen kamen, die im vorigen Sommer auf dem Südbalkon meiner inzwischen verstorbenen Mutter standen.
    Das Orchideensubstrat besteht aus Pinienrinde.

    Ist es möglich, dass in den Töpfen Wildbienen genistet haben und nun nacheinander schlüpfen?
    Ich habe ein nicht allzu gutes Foto von einem der Tiere.
    Viele Grüße
    Wenke aus Magdeburg

    1. Liebe Wenke,
      tatsächlich könnten die Wildbienen aus dem Topf stammen. Garten-Blattschneiderbienen nisten öfter mal in Blumentöpfen. Wenn Sie möchten, können Sie mir gerne ein Foto der Bienchen an volker@wildbiene.com senden.

  20. Vielen Dank, lieber Volker, für den tollen Vortrag. Was du zur Purpurweide gesagt hat, finde ich spannend. Sie mag es anscheinend ja feucht. Ist sie was für den Sumpfkübel mit Dauer-Staunässe oder ist ihr das zu nass? Ich frage deshalb, weil der Sumpfkübel bei mir auf dem Balkon der größte Kübel ist. Ich könnte sie auch in einen anderen Kübel pflanzen, aber der wäre deutlich kleiner. Was würdest du mir empfehlen: Größerer Kübel mit Dauer-Staunässe oder kleinerer Kübel, der im Sommer vielleicht auch mal austrocknet?

  21. Lieber Volker, liebe Birgit!
    herzlichen Dank für diesen Vortrag. Es war so interessant und inspirierend, ich hätte noch stundenlang zuhören können.
    Demnächst werde ich mich an die Markstengelanbringung machen.
    Liebe Grüße aus Sulzbach/Murr

  22. Lieber Volker, vielen Dank für die Tipps und tollen Bilder.
    Ich habe einen Balkon mitten in Hamburg im 3. Stock und seit 4 Jahren hänge ich immer wieder frische Brombeerstängel auf, die meist sogar von unten und oben besiedelt werden. Eine sogar mal von der Seite.
    Bei mir sind es meist Maskenbienen, obwohl die auch in Hohlstängeln vom Engelwurz bei mir nisten. Aber am Nestverschluss kann ich es auch gut erkennen.
    Häufig ist es auch so, dass ich nur die Bohrungen sehe. Auch die Stängel vom Waldgeißbart werden immer bezogen.
    Ich befestige alles am Balkongeländer und an den hinteren Tischbeinen. Wird wunderbar angenommen. Auch der Terrakottastein von Dir ist inzwischen fast voll, auch die kleinen Löcher. Im ersten Jahr waren es nur ein paar Mauerbienen, jetzt ist dort auch im Sommer viel los.
    Viele Grüße
    Steffi

    1. Danke für Deine wertvolle Rückmeldung, liebe Steffi. Stängel vom Waldgeißbart hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm.

  23. Hallo Volker,

    vielen Dank für deinen interessanten und praxisnahen Vortrag! Auch ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit Wildbienen in meinem Garten. Leider reicht mein Wissen nicht immer für eine genaue Taxierung. Neben meinem Garten gärtnere ich auf der Terrasse. In einer meiner großen Kübelpflanzen siedelten sich mindestens drei männliche Blattschneiderbienen an, die im folgenden Frühjahr 2022 schlüpften. Da diese Kübelpflanze nicht winterhart ist, überwintere ich sie im Wintergarten. Vermutlich deshalb schlüpften die Wildbienen schon im März. Eine davon fand ich tot auf der Fensterbank und zwei entließ ich ins Freie. Außer den verschiedenen Lebensräumen im Garten, befüllte ich Holzkisten mit einem Sand-Lehmerde-Gemisch und stellte sie sonnig auf. Diese werden seit mehreren Jahren von Frühlingspelzbienen und der dazugehörigen Trauerbiene und Schornsteinwespen bewohnt. Des Öfteren konnte ich Wildbienen wie Scherenbienen oder Natternkopf-Mauerbienen beobachten, wie sie diese Erdmischungen entnehmen und als Baumaterial verwenden.
    Vielen Dank auch an Birgit für diese tollen Seminare!

    Freundliche Grüße aus der Oberpfalz,

    Erika

  24. Vielen Dank für den interessanten Vortrag!
    Eine Naturgartenfrage habe ich, welche mich schon länger beschäftigt:
    Mich würde interessieren, wann ein guter Zeitpunkt im Jahr ist, wann, oder wie, ich alte inzwischen stark angerottete Stengel mit dem Umweg über den Häcksler an den Kompost übergeben kann ohne zu riskieren, meine kleinen Freunde zu töten?
    Inzwischen häufen sich alte Stängel, die ich erst einmal in die Waagrechte gelegt habe, damit mögliche Bewohner* ausziehen können, habe mich bisher aber noch nicht getraut, sie kleinzuhäckseln.
    Andere Stängel werden natürlich auch immer wieder mal neu angeboten…

    1. P.S.: noch eine Nachfrage:
      Beim Steilwandmehl auf Ihrer Webseite steht, dass mit einem 22,5 kg-Sack eine Nisthilfe in sinnvoller Größe gebaut werden kann. Was wären denn im etwa die konkreten Dimensionen, die ich mit einem Sack durchschnittlich erreichen kann, wenn ich als Backsteine alte Reichsformatziegel nehmen würde, die ich hier noch rum liegen habe?
      Vermutlich könnte ich alternativ auch Kalk- statt Lehmmörtel nehmen?
      Wäre das genauso sinnvoll?
      Ich hätte noch einen großen Sack für mein Haus nicht gebrauchten Kalk in der Scheune liegen, der Art, wie sie im Baumarkt zu bekommen ist (also weder Brannt- noch hydraulischer Kalk sondern Weisskalkhydrat) und würde mich freuen, diesen einer sinnigen Nutzung zukommen lassen zu können.
      Hätten Sie da vielleicht eine geeignete Rezeptur für mich, falls das Sinn macht?

      1. Aller guten Dinge ist 3 – P.S.2:
        Immerblühende Mandelweide und Purpurweide – bei beiden steht sonniger Standort und frisch feuchter Boden. Wie tolerant sind sie anderen Standorten gegenüber?
        Ich lebe im nordöstlichen Brandenburg, traditionell unter 500mm Jahresniederschlag (prognostizierte Steppenbildung durch Klimawandel), Boden sollte offiziell sandige Braunerde sein, entspricht aber eher dem, was ich als Blitzlehm kennen gelernt habe. Also bei Trockenheit keine Chance mehr, mit dem Spaten in die Erde zu kommen, ausser mit der Spitzhacke.
        Viel alter und neuer Baumbewuchs, dadurch nur noch halbschattiger Standort möglich.
        Dennoch wachsen hier bereits dreierlei Weiden, alle um diese Jahreszeit blühend und ich würde sie gerne ergänzen und die Weidenblütezeit ausdehnen. Könnte das mit den beiden oben genannten hier noch funktionieren oder eher nicht?

          1. Ich bitte morgen Herrn Fockenberg noch einmal raufzuschauen. Nur ein Fragezeichen zu schicken, finde ich nicht besonders nett. Liebe Grüße Birgit

          2. Liebe Birgit,
            war aber nett gemeint.
            Ich wollte meinen eh schon vielen Text nicht noch weiter überstrapazieren – braucht ja Zeit, das alles zu lesen…
            Viele Grüße
            Jul

        1. Weiden benötigen sonnige Standorte. Sie wachsen zwar auch an halbschattigen Stellen, dort ist die Blüte dann meisten aber sehr spärlich.
          An eher trockenen Standorten, insbesondere wenn es auch noch Wurzelkonkurrenz von größeren Bäumen gibt, würde ich auf die Pflanzung von Weiden verzichten. Die Saalweide (die Sie vermutlich bereits haben) bzw. die nah verwandte Pollenweide https://www.wildbiene.com/standard/details.php?am=4&as=9&am_a=&artnr=212 kommen noch am ehesten mit trockenerem Boden klar.

      2. Ich kann noch nicht genau sagen , wieviel cm³ Steilwandmaterial ein Sack Steilwandmehl ergibt. Sobald ich selber die Säcke habe (ca. Ende April) werde ich es sofort ausprobieren und unter „Details Steilwandmehl 22,5 kg“ https://www.wildbiene.com/standard/details.php?am=4&as=8&am_a=&artnr=115 einstellen.
        Kalkmörtel erhält erst nach vielen Jahren Verwitterung die sandige Konsistenz, in der die Gilde der Steilwandbewohner nisten kann.

    2. Eine schwierige Frage. In angerotteten Stängel befinden sich oft Schnurfüßern und Kellerasseln. In meinem Garten habe ich einen Haufen mit alten Stängeln, auf den jedes Jahr wieder neue Stängel kommen. Die unteren verrotten dann irgendwann…

      1. Herzlichen Dank für die Antworten.
        Schade, auf Mandelweide und Purpuweide werde ich dann wohl leider verzichten müssen. Die Steilwandmehlseite behalte ich im Auge und meine alten Stängel werde ich nun also mit Bedauern dem Komposthaufen vorenthalten und ebenfalls irgendwo einen Extrahaufen, anlegen, bzw auf die langsam etwas zu hoch werdende Bentjeshecke am Gartenende werfen.
        Danke für die hilfreichen Antworten und alles Gute!

  25. Hallo Herr Fockenberg,

    Danke für den spannenden Vortrag. Eine Frage zum Garten: ich habe ein sehr wildes Grundstück mit einem Bauwagen. Davor würde ich gerne einen Sitzplatz errichten. Auf meinem Grundstück gibt es alles, vor allem auch viele verschiedene Ameisen, keine Ahnung wie viele. Ich habe alleine mittlerweile zwei Waldameisenhügel auf dem Grundstück (einer war schon da, jetzt haben sie an einer anderen Stelle einen neuen errichtet. Ich kann sagen, dass sie das Grundstück fest im Griff haben, sie kontrollieren auch immer, was ich pflanze und haben mein Wirken fest im Blick. So kommt es mir zumindest vor. Aber wir kommen gut miteinander aus.) und überall im Boden gibt es Ameisen verschiedenster Art. Wenn ich den Platz jetzt pflastern würde, im Sand, so wie Sie es im Vortrag erklärt haben, hat er dann Bestand oder würde er von allen dort Anwesenden „untergraben“, auch dann den Wildbienen? Ich fände so eine Pflasterung sehr schön und könnte dann gleichzeitig was für die Wildbienen tun. Die Frage ist natürlich auch, ob ich dann da auch noch sein kann ohne zu stören, das wäre natürlich wichtig.

    Und dann noch eine Frage: die Geschichte des Grundstücks hat ergeben, dass dort eine große Sandfläche ist. Ich weiß nicht, welcher Art der Sand ist, aber er ist gut besiedelt. Ich habe dort keine festen Wege. Wenn ich eine Wohnung sehe, markiere ich die Stelle, um nicht drüber zu laufen. Einige Bienen verschließen ihre Brutstätten sorgfältig. Was passiert, wenn man darüber läuft? Richtet das Schaden an?

    Ach, und ich habe jetzt das dritte Jahr eine Saalweide im Kübel (80 Liter) auf einem 3 Quadratmeter-Balkon. Ich habe extra eine Saalweide genommen, weil sie auf einem früheren Balkon-Kongress gerade als Frühblüher empfohlen wurde und ökologisch so wertvoll ist. Sie gedeiht wunderbar, blüht grade und ich habe zumindest schon eine Honigbiene jetzt gesehen. Die Spatzen und Stare sitzen auch gerne im Bäumchen. Ich kann gerne ein Foto schicken, wenn Sie das interessiert.

    Ich freue mich, wenn Sie Zeit zum Antworten finden und bedanke mich für Ihre Zeit.

    Das mit den Hohlstängeln werde ich jetzt

    1. Hallo Frau Dostal,
      Ameisen plündern gerne mal die Brutzellen von bodennistenden Bienen. Von daher werden Sie im Aktionsradius der Waldameisennester wenig Wildbienenester finden.
      Ameisen, Wildbienen und Grabwespen befördern auf einer entsprechenden Pflasterfläche schon Sand nach oben, der dann unter dem Pflaster fehlt. Wenn sich das nach beispielsweise 20 Jahren negativ bemerkbar macht, kann das Pflaster aufgenommen werden (das geht ja bei in Sand verlegtem Pflaster recht einfach), man schüttet ein paar Eimer Sand auf die Fläche und legt die Pflastersteine wieder darauf.
      Vielen Dank auch für den Erfahrungsbericht mit Ihrer Saalweide.

  26. Hallo Hr. Fockenberg,
    vielen Dank für den interessanten Vortrag.
    Ich konnte letztes Jahr Ende Juli beobachten, wie eine kleine Grabwespe mit einer Zikaden in einen bepflanzte 7×7-Gärtnereitopf verschwunden war. Interessant war auch, dass diese Grabwespe wiederum von einer Fliege aufgelauert wurde. Meine technischen Möglichkeiten sind begrenzt, aber falls Sie sich interessieren, habe ich die Aufnahmen hier dokumentiert https://instagram.com/p/CgsWGQxqdOQ/

    1. Ich wollte noch sagen: danke für die Inspiration mit dem Markstängel-Busch. Ich werde schauen, wie ich diese Idee integrieren kann.
      Und zur Weide. Ich habe Salix viminalis nun im 3. Jahr – einmal verwoben als Struktur zum Sichtschutz und einmal als Solitärpflanze, die ich dann als Kopfweide erziehen will. Erstere würde ich so in der Menge (30 Stecklinge 🫣) nicht mehr machen, da sie natürlich sehr durstig sind im Topf mit Drainage-Löcher. Die kleinen Kätzchen wurden von Feldwespe und Mauerbienen besucht. Die männliche Salweide habe ich seit letztes Jahr. Dieses Jahr blüht sie. Der Fuss steht im Schatten, daher ist sie nicht so dürstig. Ich hab sie normal gegossen. Salix cinerea habe ich als kleines Steckling vom Waldrandboden mitgenommen. Erst verschwand sie, letztes Jahr tauchte sie wieder auf und wuchs 50 cm. Bin gespannt, wie‘s weiter geht. Ich würde mir noch eine hängende Salix purpurea holen.

  27. Lieber Herr Fockenberg!
    Jetzt hab ich noch eine Frage. Gibt es eine Liste mit Pflanzen deren Stängel besonders wichtig für Insekten, Wildbienen, Schmetterlinge sind, da sie einerseits zum Überwintern und andererseits als Brutstätte dienen?

    Wie lange sollte man Stängel stehen lassen sollte um relativ sicher zu sein, dass die Entwicklung der drinnen lebenden Insekten abgeschlossen ist.Immer wieder heißt es bis der neue Austrieb kommt, aber das glaub ich eigentlich nicht, das ist doch viel zu früh…

    Herzliche Dank für Ihre tolle Arbeit!

    1. Liebe Cornelia,
      Heuschrecken, Schmetterlinge und andere Insekten legen ihre Eier an Pflanzenstängeln ab. Bei vielen Arten sind diese Eier die Überwinterungsstadien, aus denen sich im nächsten Jahr die neue Generation entwickelt. Daher sollten die Stängel auch bis zum Neuaustrieb stehen bleiben und falls möglich nach dem Entfernen noch einige Wochen in einer Gartenecke verbleiben.
      Wildbienen nisten nur in bereits abgestorbenen Stängeln und werden daher im Winter noch nicht in den Stängeln aus dem Sommer zuvor nisten. Folgende markhaltige Stängel können als Nistplatz für Markstängelnister verwendet werden: Brombeeren (werden am besten besiedelt), Himbeeren, (Wild)Rosen, Sommerflieder (Buddleja), Disteln, Königskerzen, (Stauden)Sonnenblumen (z. B Topinambur), Kletten, Beifuß, Fenchel, Holunder. Das Mark muss aber zugänglich sein.

  28. Lieber Volker, 1000 Dank ich habe viel gelernt! Wie tief sollte das Sandbett unter Terrassenplatten bzw. Pflastersteinen sein, wenn sie direkt in Sand verlegt werden? Danke 🙂

  29. Guten Abend Hr. Fockenberg,
    Ich habe mir schon ihr Angebot mit dem Steilwandmehl angesehen und habe dazu noch eine Frage: die Bienen durchlöchern diese Wand ja dann mit der Zeit immer mehr und tragen das Material heraus. Ich muss das Material also immer wieder erneuern, richtig? In welchem zeitlichen Abstand wäre das dann etwa..?
    Ich freue mich auf Ihre Antwort, viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Kongresspaket zum Vorzugspreis

Du möchtest Zugang zu allen Beiträgen?

…und ermöglichst damit die Weiterarbeit vom Projekt Bio-Balkon

Spenden

Du möchtest gern DANKE sagen, findest den Kongress sinnvoll und möchtest das Projekt Bio-Balkon unterstützen?

Partnerangebote

Hier findest Du Empfehlungen für erfolgreiches Gärtnern und exklusive Rabatte für unsere Bio-Balkon-Bewegung: