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Rehkitze retten

Beim diesjährigen Aufenthalt im Indianerdorf (Natur- und Umweltcamp von Klax Berlin) machten wir eine ganz spannende Aktion mit. Mirja Möller von Landkinder Mecklenburg-Vorpommern sprach uns an, ob wir „Indianer“ dem Bio-Bauern,  auf dessen Land das Umweltcamp steht, helfen könnten. Er möchte eine Wiese mähen, wo er vermutet, dass  dort junge Rehkitze „versteckt“ sind. Wir mögen ihm helfen, die Rehkitze zu finden, damit diese nicht von der Mähmaschine überrollt werden. Rehkitze haben die Eigenart, keinen Fluchtreflex zu besitzen. Die Natur hat es bei ihnen so eingerichtet, dass sie immer liegen bleiben, sich runter ducken, auch bei Gefahr, sie rennen nicht weg. Ein Fluchtverhalten – beispielsweise vor Mähmaschinen – setzt erst im Alter von drei bis vier Wochen ein. Bei den Rehkitzen ist es so, dass die Mütter, Ricke genannt, diese tatsächlich im hohen Gras verstecken. Die Ricken begeben sich auf Futtersuche. Dazu gehört Äsen und Wiederkäuen, was lange dauert. Die Rehkitze sind lange Zeit allein, bis die Mutter zum Säugen wiederkommt. Das war doch was, gern machten wir bei der Rehkitzsuche mit.

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Zuerst gab Mirja, die wir bereits von den vorherigen Aufenthalten kannten, weil sie vor 3 Jahren im Camp unsere Aktivitäten anleitete, eine Einleitung zur Lebensweise der Rehe. Wir machten uns auf den Weg zur Wiese, die vom Bio-Bauern dann in den folgenden Tagen gemäht werden sollte. Das Gras war sehr hoch, Ihr seht es. Dort stieß dann noch der Bio-Bauer mit Hund dazu. Wir bildeten eine Menschenkette, die im engen Abstand aller Rehkitzsucher die Wiese durchkämmte. Die Seiten wurden flankiert von den Trägern der weißen Wimpel, die an die Stelle gesteckt werden sollten, wo evtl. ein Rehkitz kauerte.

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Uns kam es lange vor, bis wir ganz motiviert endlich ein Rehkitz fanden. Wir waren alle wie elektrisiert, als der Ruf kam „Rehkitz“ gefunden. Es ist doch wirklich kaum zu sehen, wie es da so im hohen Gras kauert.

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Alle rannten hin und umringten das Kitz, was tatsächlich nicht wegrannte, auch nicht, als der Menschleinkreis drumherum immer enger wurde. Es kauerte im Gras, machte den Kopf herunter, presste sich an den Boden.

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Ein tolles Erlebnis für alle. Motiviert ging die Suche weiter, wo ein Kitz versteckt ist, können gut noch mehr Kitze sein. Bald wieder ein Ruf „Rehkitz“. Das gibt es doch gar nicht. Wie toll ist das denn, wir finden zwei Rehkitze und können so verhindern, dass die Mähmaschine sie tötet. Wir pflanzten auch hier die weiße Fahne, damit der Bio-Bauer vor der Mahd kontrollieren kann, ob der Standort vom Kitz tatsächlich gewechselt wurde.

P1020660 Indianerdorf Rehkitze retten 2. Kitz

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, waren wir voll dabei, es könnte ja sein, dass auf dieser großen Wiese noch mehr Kitze sich verstecken, denn die Rehricken können bis zu vier Junge zur Welt bringen. Noch mal ein Alarm, schaut, was wir noch Entzückendes gefunden haben.

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Gelege Stockente

Hätten wir kein Rehkitz gefunden, weil wir es übersehen haben, hätten wir trotzdem der Rehkitz-Rettung einen wichtigen Dienst erwiesen. Die Ricke hätte auf jeden Fall gerochen, dass Menschen auf dieser Wiese im nahen Umfeld ihres Nachwuchses waren. Die Ricke  hätte auf jeden Fall das Rehkitz aus dem Gefahrenbereich herausgeholt und an einen sicheren Ort geleitet.

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Es war eine ganz tolle Aktion, wo alle Beteiligten viel gelernt haben. Es war toll, durch solch hohes Gras zu laufen, die Gräser und Pflanzen so dicht zu spüren. Mindestens zwei Rehkitze gerettet zu haben, gab allen ein tolles Gefühl. Zwei Rehkitze aus so naher Entfernung gesehen und bewundert zu haben, das werden alle nie vergessen. Eine feine Aktion im tollen KLAX-Indianerdorf, danke Mirja Möller, sehr gern waren wir dabei und erlebten dieses faszinierende Wunder der Natur.

Will jemand von Euch auch mal Rehkitze retten?

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6 Antworten

  1. Lieber BIO-Bauer, liebe Mirja,

    der Beitrag über die Rehkitzrettung war berührend!
    Vor allem auch durch die Fotos.
    Da zeigt ihr viel Herz und Einsatz für die Tiere und die Kinder.
    Diese haben dadurch gespürt, erlebt, wie wertvoll es ist, achtsam und wissend mit der Natur umzugehen.
    Und wie viel Freude das bringt!!
    Ich habe es gleich an meinen Bruder nach Berlin weitergeleitet,
    als Empfehlung für den nächsten Ausflug mit seinem Enkel.
    Ich bestelle übrigens seit vielen Jahren mein Gemüse und auch oft Brot beim „Lebe Gesund“ -Versand.
    Von dort kommt Alles aus eigenem Anbau.
    Die Bauern halten es seit vielen Jahren so, das sie ans Feld gehen, und mit der Natur, den Tieren über ihre Absichten „kommunizieren“. Sie gehen dann nicht mit großen Maschinen aufs Feld, wenn Rehkitze und andere Tiere im Feld liegen. Sie lassen auch Inseln stehen, für Flucht, Nahrung.
    Ich habe einfach ein gutes Gefühl, wenn ich diese Lebensmittel esse.

    Ich wünsche Euch ein „weiter so“, eine gute Ernte und Birgit schicke ich ein Danke für diesen Beitrag.

    Angelika-Ursula

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