Bio-Gärtnern am Fensterbrett – richtiges Gießen – gerade im Hochsommer und Urlaubstipps

Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen – zu diesem Thema erschien im April 2017 ein tolles Buch „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“. Interview mit der Autorin Birgit Lahner.

Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen – zu diesem Thema erschien im April 2017 ein tolles Buch „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“. Ich freue mich sehr, dass die Autorin Birgit Lahner aus Wien uns ein schriftliches Interview gegeben hat. Heute zum Thema: Richtiges Gießen und Urlaubstipps. Herzlichen Dank Frau Lahner.

Über das Gießen kann man genauso viel sagen wie über das Düngen. Wie sollte gegossen werden?

Die Antwort fällt hier recht ähnlich aus wie beim Düngen: Das hängt ganz vom Anspruch der Pflanze ab. Minzen etwa sind deutlich durstiger als beispielsweise der trockenheitsliebende Rosmarin. Das Gießen ist bei Kräutern und Gemüse in Töpfen und Fensterkisten ein besonders wichtiger Punkt. Wenn Pflanzen eingehen, ist sehr häufig „Übergießen“ die Ursache, weshalb es Sinn macht der adäquaten Wasserversorgung ganz besonderes Augenmerk zu schenken. Am besten fühlt man mit den Fingerkuppen nach, ob die oberen Zentimeter der Erde im Gefäß auch schon wirklich gut abgetrocknet sind – dann kann bedenkenlos gewässert werden.

Minze (Foto Birgit Lahner)

Wann ist die beste Gießzeit?

Der frühe Morgen ist eine gute Gießzeit: vor allem im Sommer können die Pflanzen so ihre Zellen noch rechtzeitig – bevor die große Hitze einsetzt – mit Wasser füllen. Gießt man am Abend, kann es vorkommen, dass die Pflanzen nicht mehr gut abtrocknen. Empfindliche Arten reagieren auf die Blattnässe dann häufig mit Pilzkrankheiten. Wobei es zugegebenermaßen während der größten Sommerhitze je nach Anspruch der Pflanzenart aber durchaus notwendig sein kann, zweimal täglich zu gießen.

Was bringt Mulchen, wie funktioniert Mulchen?

Eine Mulchschicht hält Feuchtigkeit im Substrat, gewährleistet aber gleichzeitig, dass Regen- oder Gießwasser von oben aufgenommen werden kann. Außerdem bleibt unter einer Mulchschicht die Bodenoberfläche fein Krümelig und verkrustet nicht. Vor allem in sehr heißen Lagen kann Mulchen durchaus auch bei Pflanzen am Fensterbrett eine sinnvolle Maßnahme zur Reduktion des Wasserverbrauchs sein. Ich verwende z.B. sehr gerne kleingeschnittene Brennnessel- oder Löwenzahnblätter als Mulch. Auf weitere geeignete Mulchmaterialien gehe ich im Buch näher ein.

Beim nachhaltigen Gärtnern schützt eine Mulchschicht - hier aus Brennnesseln - die Erdoberfläche vor Austrocknung.
Kleingeschnittene Brennnesseln oder Rasenschnitt sind geeignete Mulchmaterialien (Foto Birgit Lahner)

Welche Bewässerungsmethoden können Sie empfehlen, um einen Urlaub zu überbrücken?

Ich verwende gerne Flaschen als Urlaubsbewässerung. Im Innenraum stecke ich kleine Glasflaschen, die ich vorab mit Wasser fülle, einfach kopfüber in die Pflanzentöpfe. Draußen auf dem Fensterbrett kann man mit winzigen Löchern versehene PET-Flaschen in die Gefäße eingraben – mit dieser Art Wasserreservoir schaffen es die Pflanzen meist recht gut durch Zeiten der Abwesenheit.

Eine Variante zur Urlaubsbewässerung sind PET-Flaschen.
Urlaubsbewässerung mit PET-Flaschen (Birgit Lahner)

Hoher Wasserbedarf

  • Gefäße aus Ton, Holz und Eternit
  • Wärme, direkte Sonne, geringe Luftfeuchtigkeit
  • kleine Gefäße
  • in der Haupwachstumszeit
  • Pflanzen mit zarten, dünnen Blättern

Niedriger Wasserbedarf

  • Gefäße aus Kunststoff, Metall und glasierter Keramik
  • kühle Temperaturen, Schatten, hohe Luftfeuchtigkeit
  • große Gefäße
  • in der Ruheperiode
  • Pflanzen mit ledrigen, fleischigen, nadelartigen, gräulichen oder beharrten Blättern

Dieses Buch ist ein super Einstieg ins Gärtnern auf kleinem Raum

Dank an die Autorin Birgit Lahner für dieses Interview und die zur Verfügung gestellten Fotos (außer Coverfoto Doris Steinböck). Bio-Gärtnern am Fensterbrett: Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen.

Welche Tipps und Tricks hast Du zum richtigen Gießen? Wie gießt Du, worauf achtest Du besonders? Was für Wasser verwendest Du? Gern auch Tipps zu Deinen Bewässerungsmethoden in der Urlaubszeit?

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13 Antworten

  1. Ich hab immer so meine Probleme mit dem Gießen und habe es auch schon mehrmals vergessen. Die hängenden Tomatenpflanzen haben mich dann immer wieder erinnert. 😉 Aber bisher (toitoitoi) sind die meisten Pflanzen wieder geworden. Aber Tomaten, die etwas unter Stress stehen, schmecken besser 😉

  2. Ich habe Flaschen (Glas) im Kasten der Minze stecken. Alle anderen Pflanzen gieße ich morgens und zwar nur nachdem ich gefühlt habe ob die obere Erdschicht schon trocken ist.
    Außer bei meinen Gurken und der Brombeere diese wässer ich im Moment täglich und diese haben auch beide eine Mulchschicht in ihren Töpfen und die Brombeeren noch eine Unterpflanzung.
    Daß Interview war spitze, gern mehr davon 🙂

  3. Danke für den hilfreichen Beitrag! Bei mir sind durch das klassische Überwassern dieses Jahr ein paar Pflanzen eingegangen. Ich werde mir die Tipps zu Herzen nehmen.

  4. Wieder ein toller Beitrag mit guten Tipps 🙂 Ich gieße meistens morgens und nutze Gießwasser aus der Regentonne.
    Das lieben meine Pflanzen und auch meinem Hund schhmeckt es am besten 🙂
    Liebe Grüße und eine wundervolle Woche <3

  5. Danke für die hilfreichen Tipps, das regt mich an, wieder aufmerksamer zu gießen – öfter zu fühlen, ob die Pflanze schon Wasser benötigt. Sofern vorhanden, gieße ich immer mit Regenwasser. Die Urlaubszeit überbrücke ich mit viel mulchen und Flaschen in den Töpfen (dadurch ist das Wasser direkt im Wurzelbereich) – so müssen die Helferlein nicht ständig zum Gießen kommen. LG aus dem Allgäu

  6. Vielen Dank für den Beitrag. Ich gieße morgens oder/und abends. Es kommt auf das Wetter und auf die Pflanzen an. Ich benutzte Regenwasser. Wenn ich in den Urlaub gehe, gieße ich vorher noch mal und habe für einzelne Pflanzen Untersetzer und wenn ich länger fort bin gießt jemand für mich meine Pflanzen.

  7. Hallo, vielen Dank für den hilfreichen Beitrag. Ich tendiere auch dazu, Pflanzen zu übergießen, besonders Zimmerpflanzen im Winter. Im Sommer kommen alle Pflanzen raus und ich gieße mit Regenwasser.

  8. Besten Dank für den interessanten Blogbeitrag!
    Bis vor Kurzem hat mich das Gärtnern überhaupt nicht interessiert, dies obwohl meine Wohnung und mein Büro grüne Pflanzenoasen sind. Leider verfüge ich weder über einen Balkon noch über Fensterbretter (leider sehr schmal). Doch mein Vater war so nett und hat mir im Frühling 2 kleine Beete überlassen und da wachsen nun auch auf engstem Raum Tomaten, Gurken, Zucchetti, Fenchel, Stangensellerie, Naschzipfel, Paprikas, Peperonis, Knoblauchgras, Petersilie, wilde Rauke, Bohnenkraut, Sauerampfer und Rucola und bei den Tomaten meiner Eltern hab ich noch verschiedene Sorten Basilikum.
    Ich giesse nach Gefühl, jetzt, wenns so heiss ist, morgens vor dem Arbeiten und dann meist abends, wenn ich nach Hause komme. Da alles schön wächst und gedeiht, scheint mein Gefühl richtig zu sein!
    Das macht mir jeden Tag aufs Neue viel Freude, zu sehen, wie alles wächst und es ist so toll, dann ab und an etwas zu ernten und zu essen!
    Gegossen wird mit Regenwasser und in Kürze kann ich dann mit EM düngen.

  9. Hallo, ganz lieben Dank für diesen tollen Blogbeitrag.
    Ja, auch ich neige manchmal dazu meine Pflanzen zu übergießen, grade an sehr heißen Tagen, weil ich es gut mit ihnen meine. Aber oft ist es leider zu viel des Guten. In der letzten Zeit habe ich es mir auch angewöhnt, erst einmal mit den Fingern zu fühlen, ob die Erde denn schon wieder so trocken ist, dass etwas Wasser nicht schaden kann. Und manchmal muss ich mich dann auch zurückhalten mit dem Gießen. Ich stelle auch immer wieder fest, wie unterschiedlich die verschiedenen Pflanzen mit dem Wasserverbrauch sind. Das sind ja auch Dinge, die man erst mit der Zeit lernt. Aber Spaß macht das Gärtnern allemal. Und ich freue mich immer wieder über eine schöne Ernte aus dem eigenen Garten bzw. vom Fensterbrett und genieße dieses Essen dann immer ganz besonders, weil ich weiß, wieviel Zeit, Arbeit und auch Freude darin steckt.
    Mit Brennesseljauche dünge ich übrigens auch schon eine ganze Weile. Es tut den Pflanzen gut und hält auch einige Schädlinge fern. Neu ist mir allerdings, dass man auch mit den Brennesselblättern mulchen kann. Vielen Dank für diesen guten Tipp! Das werde ich demnächst auch ausprobieren.

  10. Ich gieße nach Gefühl bzw. was meine Sinne mir sagen…bei der großen Hitze zusätzlich zum abendlichen Gießen auch vormittags, jede Pflanze wird individuell gepflegt 😉 Brennnesselmulch möchte ich auch mal ausprobieren, bisher habe ich den Rindenmulch vom Winter bei einigen Pflanzen liegenlassen als Bodenschutz. Das scheint ein tolles Buch mit vielen interessanten Hinweisen zu sein, bitte her damit, liebes Universum!!! <3

  11. Danke für die tollen Tipps – jetzt im 2. Jahr klappt es schon ganz gut mit dem Eigenanbau auf Balkon und Fensterbrett, aber bei den Kräutern neige ich leider zum Übergießen…

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