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Bio-Gärtnern am Fensterbrett – biologisches Düngen leicht gemacht

Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen – zu diesem Thema erschien im April ein tolles Buch „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“. Ich freue mich sehr, dass die Autorin Birgit Lahner aus Wien uns ein schriftliches Interview gibt. Herzlichen Dank dafür Frau Lahner.

Womit wird beim biologischen Gärtnern gedüngt?

Es gibt eine große Vielfalt an biologischen Düngern. Hornspäne etwa, sind bei vielen GärtnerInnen, die auf Kunstdünger verzichten möchten sehr beliebt. Leider stammen sie großteils aus Übersee und legen eine lange Transportstrecke zurück, bevor sie bei uns zum Einsatz kommen. Ich verwende statt ihnen lieber Schafwollpellets – die gibt es auch aus heimischer Produktion. Wurmhumus aus der eigenen Kompostkiste ist auch ein sehr feiner Dünger – Küchenabfälle können so sinnvoll verwertet und zur Herstellung hochwertiger Pflanzennahrung eingesetzt werden.

 biologisches Düngen leicht gemacht
David Witzeneder, der auch im Rahmen des Bio-Balkon Kongresses sprach, auf einer seiner Wurmkisten, mit der aus Bioabfall wertvoller Wurmhumus produziert wird (Foto David Witzeneder)

 

Wann wird am besten gedüngt?

Ein Patentrezept lässt sich für das Düngen schwer geben – jede Pflanze hat einen individuellen Nährstoffanspruch. „Bedarfsgerecht“ ist hier ein wichtiges Stichwort. Mit der Zeit merkt man es den Pflanzen an, wenn sie nach Nährstoffen verlangen, sich beispielsweise ihre Blätter gelblich aufzuhellen beginnen oder der Wuchs nur recht kümmerlich ist. Ich finde es sehr spannend, schrittweise ein Auge für die Bedürfnisse der eigenen Pflanzen zu entwickeln – mit der Zeit lernt man so den Düngeranspruch der verschiedenen Gemüse- und Kräuterarten kennen.

 biologisches Düngen leicht gemacht
Links das feinere Hornmehl, was schneller düngt als die gröberen Hornspäne, die rechts zu sehen sind (Foto Birgit Lahner)

Nährstoffanspruch verschiedener Gemüsearten

niedrig: Ackerbohne, Asia-Salate, Bundzwiebeln, Erbse, Erdmandel, Gartenbohne, Radieschen, Rote Rübe (Blatternte), Rucola, Vogerlsalat (Feldsalat), Winterportulak

mittel: Salat, Herzblattsalat, Karotte, Kohlrabi, Mangold, Spinat, Neuseeländerspinat, Brasilianischer Spinat, Handama,

stark: Aubergine, Paprika, Paradeiser  (Tomaten)

 biologisches Düngen leicht gemacht
Frisch geernteter Regenwurmhumus (Foto Birgit Lahner)

 

Bitte noch abschließend ein Plädoyer für das Gärtnern in der Stadt, insbesondere für das Gärtnern auf dem Fensterbrett.

Beim Gärtnern am Fensterbrett lernt man viel über die Ansprüche der verschiedenen Gemüse- und Kräuterarten und kultiviert aktiv einen kleinen aber freudebringenden Teil der eigenen Nahrung. Der Bezug zu Keimung, Wachstum, Reifung und Ernte bleibt erhalten – selbst wenn kein Garten zur Verfügung steht.

 

Dieses Buch ist ein super Einstieg ins Gärtnern auf kleinem Raum

Dank an die Autorin Birgit Lahner für dieses Interview und die zur Verfügung gestellten Fotos. Bio-Gärtnern am Fensterbrett: Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsenBio-Gärtnern am Fensterbrett - biologisches Düngen leicht gemacht.

Bio-Gärtnern am Fensterbrett - biologisches Düngen leicht gemachtBio-Gärtnern am Fensterbrett - biologisches Düngen leicht gemacht

Welche Tipps und Tricks habt Ihr zum biologischen Düngen? Bitte kommentiert unter diesem Beitrag. Der Löwenzahnverlag stellt mir netterweise ein Exemplar dieses Buches für eine Verlosung bereit. Unter allen Kommentaren der kommenden Woche wird ein/e Interessent/in ausgelost, der/die das Buch zugeschickt bekommt. Wie düngst Du? 

Ich bin die Veranstalterin der Online Bio-Balkon Kongresse – die kostenlos & online im Internet stattfinden. Herzlich Willkommen – Anmeldung unter www.bio-balkon.de/biotop. Nachträglich kannst Du Dir hier alle 27 Experten-Interviews und 8 Live-Frage-Antwort-Runden zum Balkongärtnern anschauen.

Brauchst Du noch Tipps für Deinen Balkon? Schau doch mal in meinen Ratgeber beim Gräfe und Unzer Verlag Mein Biotop auf dem Balkon. Naturerlebnis und Ernteglück mitten in der Stadt.

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27 Antworten

  1. Ab und an nutze ich Kaffesatz und zermahlene Eierschalen. Und falls etwas von meinem aufgebrühtem Jiaogolantee oder anderer Kräutertees übrigbleibt, wird er dem Gießwasser zugefügt. 🙂 LG

  2. Ich habe das glück auch auf Pferdemist zurückgreifen zu können. Außerdem nutze ich eigenen Kompost und mulche gerne mit Pflanzenresten.

  3. Ich dünge mit Brennnesseljauche oder ab und mit Kaffeesatz.Verlieren die Pferde was beim ausreiten freu ich mich diesen Dünger

  4. Ich benutze auch Kaffeesatz und Eierschalen. Das Beste ist allerdings die Flüssigkeit, die sich beim Bokashi absetzt. So gesunde und voller Kraft strotzende Pflanzen hatte ich noch in keinem Balkonjahr.

  5. Wenn ich Schafwolle zum Spinnen wasche, geht das Wasser anschließend bei die Pflanzen. Optimal 🙂
    Ansonsten nehme ich Brennesseljauche oder Hornmehl.
    Und natürlich Kompost und Gründünger-Pflanzen.

  6. Ich bin glückliche Besitzerin einer Wurmkiste und dünge vor allem mit Wurmdünger und Hornmehl, ins Gießwasser kommen Effektive Mikroorganismen, wenn ich Kartoffel koche (mit Schale und ohne Salz!), nehme ich das ebenfalls zum gießen. Ich dünge auch mit Kaffeesatz, allerdings wandert der erstmal durch den Wurm,….in der Kiste ! 😉

  7. Kompost natürlich, und wir probieren dieses Jahr weiteres auch aus:
    Also, Brennessljauche ist für das Wachstum fantastisch (besonders für Starkzehrer), auch wenn es unfassbar stinkt 😀 Beinwelljauche ist hervorragend für Kalium, Phosphat, Stickstoff etc. Man kann beides auch gut mischen. Nach der Rhabarber-Ernte, habe ich die Blätter mit in die Jauche gegeben. Und unser diesjähriger Hit. Mulchen… dünn mit Rasenschnitt, zerkleinerten Brennesseln und beim ‚Unkraut’zupfen einfach die kleinen Pflanzen liegen lassen. An die Tomaten kommt gelegentlich Kaffeesatz und an die Bohnen ein Eiersud und die zerkleinerten Schalen. Alles natürlich in Bioqualität. Im Gegensatz zu den anderen Jahren (nur mit Komposterde) ist es schon enorm , wie viel besser und gesünder alles wächst. Ich freu‘ mich jeden Tag wie bolle. 🙂

  8. Ich dünge mit Brennnesseljauche, die hat auch noch den Vorteil-sie schützt auch noch vor Schädlingen. Früher hab ich auch Kartoffelwasser (mit Schale und mit Salz) benutzt-bin mir aber nicht sicher, ob das so gut ist-weiß da jemand Bescheid? Ab und zu mal mit Kaffeesatz

  9. Ich versuche mich das erste Jahr im Wohnungs-Gärtnern. Ganz schön ungewöhnlich keinen Komposthaufen aus dem Garten zu haben, auf den man zurückgreifen kann. Bis jetzt haben aber regelmäßiges Umtopfen, Brennesseljauche, Schafgarbe und Kaffeesud sehr gute Dienste geleistet. Dennoch würde ich mich riesig über einen Ratgeber zur Fensterbrett-Kultur freuen 🙂
    Danke und alles Liebe,
    Karo.

  10. Ich gieße mit Natronwasser (1g auf 1 Liter), ab und zu Brennessel-Smoothie, Kartoffelwasser, Schafwolle. Brennesseljauche war mir auf dem Balkon unangenehm.

  11. Tom Zweivierzwei
    21. Juni 2017 at 11:41 · Antworten

    Ich gieße mit destilliertem Wasser…

    Hallo Tom!
    Funktioniert das? Da sind zwar keine Schadstoffe mehr drin, aber auch keine Nährstoffe.
    Gruß, Ulrike

  12. Bei Alnatura gibt es Pflanz- und Aussaaterde, der Terra-Preta-Erde beigemischt ist. Das ist ein großer Vorteil, da man damit Terra Preta nicht selbst produzieren muss.

  13. Ich habe schon vieles ausprobiert und bin in diesem Jahr auf Brennessel -smooty umgestiegen,da mir die Meinungen im Garten Blog sehr gefallen haben. Habe in diesem Jahr ganz gesunde tomaten ,super Früchte angestetzt.

  14. Ich dünge auch mit meinem Wurmhumus. Aber der allergrößte Oberhammer ist Humofix von den Nonnen der Abtei Fulda. Das stärkt die Pflanzen und gibt ihnen Kraft für richtig viele Blüten. Alles biologisch. Und die Nonnen unterstützt man auch. Tolle Frauen sind das. 🙂 *bin schrecklich begeistert davon*

  15. Den Humofix-Tipp von Nane Banane habe ich gleich mal aufgegriffen. Schöne Idee. Ansonsten dünge ich auch mit Kompost und Brennnesseljauche bisher, sowie beim Anpflanzen z. B. von Tomaten mit Hornspäne

  16. @Anja: freut mich zu hören. Es gibt auch ein wunderschönes Buch von den Nonnen von Mely Kiyak. Das zu lesen ist Erholung pur. 🙂

  17. Habe mit Hornspäne auch gute Erfahrungen gemacht.
    Mit der Schafswolle, dass habe ich bis vor ein paar Wochen noch nicht gewusst. Eine Bekannte vom mir erzählte davon. Sie bekommt jährlich säckeweise Schafswolle vom benachbarten Schäfer geschenkt und arbeitet sie in ihre Beete mit ein. Die Pflanzen sollen es wirklich besonders gut mögen, gedeihen prächtigt und zollen es mit viel mehr Ertrag. Werde im nächsten Jahr auf jeden Fall meine Beete-/Hochbeete mit Schafwolle im Kompost bestücken…

  18. Ich habe mit neutralisiertem Bokashi und dem verdünnten Kompostsaft aus dem Bokashi Eimer gute Erfahrungen machen können.
    Alles was über bleibt kommt dann auf den Kompost und wird weiter verwendet. So freuen sich alle, die Zimmerpflanzen und die im Garten. 🙂

    1. Ich höre immer wieder Gutes von Bokashi. Für Balkonier empfinde ich es einfacher mit einer Wurmkiste zu arbeiten und den dort produzierten Wurmkompost zu verwenden. Wie wir wissen, braucht Bokashi mehr Platz, es sackt nicht zusammen und muß vor der Verwendung erst noch gelagert werden. Für Gartengärtner ist Bokashi super.

      1. Das stimmt, eine Wurmkiste ist auch eine gute Alternative!
        Auch wenn ich einen Garten habe, vergrabe ich den fertigen Bokashi für 3 Wochen unter 20 cm Erde in einem kleinen Maurerkübel. Den könnte man theoretisch auch an einen trockenen Platz auf den Balkon stellen.

        1. Das kann man theoretisch auf einem Balkon machen. Es funktioniert bei Leuten mit großen Balkons und Terrassen, bei Gartengärtnern sowieso. Bei den üblichen kleinen Stadtbalkons ist es wichtiger, Blühpflanzen und Gemüse auf dem wenigen Platz anzubauen.

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