Giftfreies Gärtnern

Seit Juni 2015 wohne ich innerstädtisch sehr zentral im Berliner Stadtteil Wilmersdorf mit weitem Blick in einer kleinen Wohnung mit zwei Balkonen. Mein langgestreckter Naschbalkon umfaßt 5 m² , mein Erholungsbalkon 4 m². Mein Gärtnerblick und -herz hat sogleich das Potential dieser beiden Balkone erkannt und deshalb diese Wohnung gewählt.

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So schön schlafen wir: mit Blick auf den Bio-Balkon und eine große Rosskastanie. So aufzuwachen und einzuschlafen ist traumhaft.

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Der Naschbalkon von der Küche aus nach rechts blickend.

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Der Naschbalkon von der Küche aus nach links blickend.

Ich möchte meine Balkons biologisch bewirtschaften, wobei biologisch gleichbedeutend mit ökologisch verwendet wird.

Was verstehe ich darunter? Was ist mir wichtig? Was versuche ich?

Ich möchte unbelastete Kräuter, Sprossen, Obst und Gemüse erzeugen in vielfältigen und gesunden Lebensräumen für Menschen, Pflanzen und Tiere. Ein sorgsamer ressourcenschonender Umgang mit der Natur ist mir sehr wichtig. Dabei orientiere ich mich als urbane Biogärtnerin an den natürlichen Abläufen und Zusammenhängen. Ich teste aus und habe viel Spaß dabei.

Ich bin mir bewußt, dass fruchtbarer Boden letztendlich unsere Lebensgrundlage ist, ich möchte Bezug zu ihm haben. Der Boden als komplexes Zusammenspiel aus festen Bestandteilen, Wasser und Luft sowie den darin enthaltenen Lebewesen „funktioniert“ nur durch intensive Verflechtungen ihrer Bestandteile mit Bodenorganismen. Meine Küchenabfälle – meinen Biomüll – verarbeiten mehrere hundert Regenwürmer vollkommen geruchlos im Inneren meiner Wurmkiste zu hochwertigem Dünger. Mit diesem versorge ich meine Pflanzen und die zahlreichen enthaltenen Mikroorganismen verbessern meinen Boden. Neben dem Wurmhumus dünge ich meine Pflanzen nach Bedarf organisch mit Hornspänen. Im Gießwasser verwende ich in regelmäßigen Abständen effektive Mikroorganismen. Ich versuche durch Mulchen – Abdecken der Bodenoberfläche mit Pflanzenabfällen und Laub – dem Boden Nährstoffe zuzuführen und das Bodenklima zu verbessern. Außerdem muß weniger gegossen werden. Torf verwende ich gar nicht.

Mein Saatgut und meine Pflanzen stammen möglichst aus biologischem Anbau und sind nicht gentechnisch verändert. Ich bevorzuge widerstandsfähige und samenfeste Pflanzensorten, die auf natürliche Weise vermehrt werden können. Außerdem bevorzuge ich heimische (Wild)Pflanzen, da diese an unsere klimatischen Bedingungen angepaßt sind und von der heimischen Tierwelt angenommen werden. Wichtig ist mir eine Vielfalt an möglichst heimischen Pflanzenarten, die wichtig für die Tierwelt sind – sogenannte Bienenpflanzen (Bienenweiden), Hummelpflanzen, Vogelnährgehölze. Damit möchte ich Bienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Vögel auf meinen Bio-Balkon locken. Ich verwende nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten, da diese eine Nektarquelle für bestäubende Bienen und andere Nützlinge sind.

Ich versuche, die Pflanzengesundheit und die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen zu fördern, damit möglichst wenig Schädlinge auftreten. Ich achte auf eine optimale Standortwahl, einen günstigen Saat- und Pflanztermin, eine angepasste biologische Düngung und verwende robuste Sorten. Zur Stärkung der Widerstandskraft der Pflanzen arbeite ich mit pflanzenstärkenden Mitteln wie Kräuterjauchen, Brennesselsmoothie und effektiven Mikroorganismen. Schädlinge werden bevorzugt von Hand abgesammelt. Über Wildkräuter freue ich mich, sie sind wichtiger Bestandteil der Grünen Smoothies, die ich sehr schätze.

Ganz wichtig ist die positive Energie und die Liebe, die meine Pflanzen bekommen, die das Gedeihen fördern. Ebenfalls ist mir wichtig nichts dogmatisch zu betrachten, sondern zu probieren, anzufangen.

Mein BIO-Balkon muß auch bunt sein!

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Ich möchte meinen Sohn mit Bezug zur Natur aufwachsen lassen und möchte ihm Naturerfahrungen ermöglichen. Auch ihm soll ein sorgsamer Umgang mit der Natur sehr wichtig werden.

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Unsere Städte müssen lebenswerter werden. Ich bin mir bewußt, dass mein Bio-Balkon einen kleinen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas und der Luftqualität in einem gesunden Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere leistet .

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Gärtnern kann man auf kleinstem Raum.

Gern auch auf der Fensterbank. Gesundes unbelastetes Obst, Gemüse, Kräuter und Sprossen sind mir wichtiger als hoher Ertrag. Die Selbstversorung und Unabhängigkeit vom Supermarkt ist ein wichtiger Aspekt, noch wichtiger jedoch das Erlebnis beim Gärtnern. Mein Naschbalkon ermöglicht mir und meinem Sohn wunderbare Geschmackserlebnisse von selbst angebautem erntefrischem Obst und Gemüse und essbarer Wildpflanzen. Wir können Natur aus nächster Nähe erleben und beobachten.

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Mein Bio-Balkon ist sehr entspannend und erfüllend.

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